Aus dem Gesundheitspakt der Landesregierung wurde gestern der Gesundheitsplan 2040+ für Niederösterreich und dieser bringt dem Universitätsklinikum St. Pölten eine weitere Aufwertung. „Die Uniklinik St. Pölten bleibt neben dem UK Wiener Neustadt eines von zwei Krankenhäuser mit überregionalen Zentralfunktionen für das Bundesland. Es ist das Flaggschiff der Spitzenmedizin in unserem Bundesland. Mit dem Gesundheitsplan erfährt der Standort sogar noch eine weitere Aufwertung. Das ist ein Beweis für die großartige Arbeit, die in der Uniklinik St. Pölten schon bislang geleistet wird“, erläutern die beiden St. Pöltner Landtagsabgeordneten Doris Schmidl und Florian Krumböck.
Die beiden Häuser in St. Pölten und Wr. Neustadt werden auch in Zukunft die höchste Spezialisierungsstufe und den größten Leistungsumfang in Erst- und Akutversorgung samt weiterführender Behandlungen, Diagnostik und Behandlung bei chronischen Erkrankungen bieten. Zusätzlich zu den bestehenden Abteilungen soll in den nächsten Jahren St. Pölten um weitere Angebote in der Gynäkologie und Geburtshilfe sowie um den Bereich der Humangenetik wachsen.
St. Pölten wird Zentrum für Endokrinologie und Endometriose
„Endometriose ist eine schwere und vor allem schmerzhafte chronische Erkrankung, die nur schwer zu erkennen ist. Frauen haben deshalb einen langen Leidensweg. Erleichterung wird man in Zukunft hoffentlich in St. Pölten finden können“, berichtet LAbg. Doris Schmidl im Zusammenhang mit dieser Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut, von der in Österreich rund 300.000 Frauen betroffen sind. Zurzeit werden Frauen im Landesklinikum Melk behandelt, das erst im vergangenen Sommer wieder als Endometriosezentrum zertifiziert wurde. Das Klinikum Melk wird in Zukunft jedoch zu einer Klinik mit Sonderfunktion und die Behandlungsmöglichkeiten in wenigen Jahren den Standort wechseln.
Neuer Schwerpunk „Medizinische Genetik“ für Onkologie
„Der medizinische Fortschritt und die damit einhergehenden Veränderungen sind einer der Hauptgründe, warum wir den Gesundheitspakt gestartet haben. Die Auswirkungen werden zukünftig in St. Pölten ganz besonders sichtbar. Hier bei uns wird ein neues Zentrum für Humangenetik, ganz speziell für den Bereich der Onkologie entstehen“, erklärt der Landtagsabgeordnete und St. Pöltner Stadtrat Florian Krumböck.
Die Medizinerinnen und Mediziner werden mit der Erforschung, Diagnose und Behandlung genetischer Erkrankungen befasst sein. Die medizinische Genetik spielt eine entscheidende Rolle bei der Identifizierung von genetischen Risikofaktoren und der Erklärung erblicher Krankheiten sowie bei der Beratung, Diagnose und Therapie von Betroffenen und deren Familien.
Änderungen in der Struktur der Notärzte, aber Versorgung sichergestellt
Der Gesundheitspakt 2040+ sieht auch eine Anpassung in der Notruf-Struktur vor, die ebenfalls Veränderungen im Bezirk St. Pölten bringt. So wird der Notarztstützpunkt in Purkersdorf künftig nicht mehr betrieben. „Die Notfallversorgung ist aber dennoch garantiert – jederzeit und überall. Der Plan der Expertinnen und Experten sieht schnelle und zuverlässige Hilfe bei jedem Wetter, an jedem Ort und zu jeder Zeit in ganz Niederösterreich vor“, versichern die beiden Abgeordneten Schmidl und Krumböck.
Die Akut-Versorgung in Niederösterreich soll durch ein regionales Notfall-Versorgungssystem garantiert werden. Es sollen im Zielbild 86 Stützpunkte über das Land entstehen, die von Notfall-Teams besetzt sind. Die Notfall-Teams bestehen aus einem Rettungstransportwagen mit top ausgebildeten Notfallsanitätern, unterstützt durch Telenotärzte die in Einzelfällen mittels Bodycams Anweisungen geben. Dazu kommen 21 Notarztstützpunkte in allen Bezirken plus Neulengbach. Ergänzt wird das Rettungssystem durch eine verstärkte Ausstattung der Flugrettung in ganz Niederösterreich, um einen Einsatz bei jedem Wetter und jeder Tages- und Nachtzeit zu ermöglichen, sowie den Ausbau der Akut Community Nurses und des First Responder Systems.