12. Kardinal-König Gespräche

Foto: Gerhard Hackner

Unaufgeregt, authentisch und überzeugend schilderte Andy Holzer bei den 12. Kardinal König-Gesprächen vor rund 230 Besuchern in der Kirchberghalle, wie er trotz Blindheit von Geburt an den "Sinn des Lebens" für sich erkannt hat.

Mit seinem Referat hat er vielen `Sehenden die Augen geöffnet`. Zuvor zelebrierten Pater Leonhard Obex und Moderator Martin Hochedlinger in der Pfarr-kirche die Gedenkmesse. Riesige Freude herrschte bei Bürgermeister Ök. Rat Anton Gonaus, dass so viele Besucher zur Veranstaltung kamen, darunter Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz, Landtagsabgeordneter Dr. Martin Michalitsch und Bundesrätin Eva Prischl. Er dankte der Raiffeisenbank Region St.Pölten für die Unterstützung beim Event. Über Kardinal König und seine `Liebe zu den Bergen` referierte Dr. Annemarie Fenzl. Durch eine kurzfristige Erkrankung war Prof. Heinz Nußbaumer entschuldigt. Der Bürgermeister verlas seinen Beitrag mit Worten von Viktor Frankl. In seiner Einleitung sagte Moderator Martin Hochedlinger: „Den Sinn des Lebens und seine Schwerpunkte muss jeder für sich selbst definieren. Ob das die Familie, der Beruf, der Sport oder anderes ist.“

Beeindruckt waren die Zuhörer vom Referat des `Blind Climbers` Andy Holzer. Er meinte: „Ich möchte nicht bewundert und bestaunt werden, sondern einfach meine Geschichte erzählen.“ Die Herausforderung, von Geburt an blind zu sein, haben sowohl der kleine Andy und seine Schwester, als auch seine Eltern angenommen. Er sah dieses Handicap nie als Nachteil, sondern als Chance, das Leben anders zu meistern. Als Jugendlicher oder Erwachsener war sein Credo: „Pflegt das Kind in euch, das bringt euch weiter und lässt euch Sachen machen, die ihr sonst nie tun würdet.“ So bestieg Andy Holzer mit einem beinamputierten Freund, der eine Prothese trug und einem weiteren blinden Bergsteigere eine 400 m senkrecht aufsteigende Felswand in den Dolomiten; so schaffte der Andy mit Freunden und Begleitern die Besteigung der 7 Summits, des Kilimandscharo, des Mount Everest auf der schweren Nordroute und pro Winter macht er rund 100 Schitouren. Seine Definition dazu: „Das Außergewöhnliche ist für mich schon normal.“ Volle Unterstützung erhält Andy Holzer in all den Jahren von seiner Gattin Sabine.

Von den bewegten Besuchern gab es viel Applaus. Mit seinem Vortrag hat Andy Holzer `vielen Sehenden die Augen geöffnet`.